Backup mittels Rsync und Hardlinks auf eine externe Festplatte

Niemand macht gern Backups – das kostet Zeit, Speicherplatz und man braucht teure und unverständliche Backup-Software. Soweit die vorherrschende Meinung. Doch dass es auch anders geht, bewies das c’t-Magazin vor einigen Jahren mit dem rsyncBackup-Skript. Doch nicht jeder mag in Textdateien kryptische Zeilen ändern. Zwar löst dieses Skript das Problem des Speicherplatzes und der Kosten für die Software, doch die Laufzeit auch dieses Skriptes ist mitunter enorm. Es gibt aber Alternativen, die das geniale Konzept des c’t-Magazins von 2006 noch besser umsetzen. Eine davon ist HardlinkBackup.

Die Idee zum Backup mittels rsync und Hardlinks ist einfach: statt eines Containers oder Archivs, welches alle zu sichernden Dateien irgendwie zusammenpackt und an das man nur mit der passenden Software herankommt, wird jede Datei einzeln direkt auf ein Zielmedium geschrieben. Soweit ist das noch nicht besonders genial. Doch die Idee kommt beim nächsten Backup-Lauf: unveränderte Dateien braucht man ja eigentlich nicht noch einmal sichern, denn sie sind ja schon gesichert und brauchen nicht noch einmal wertvollen Speicherplatz wegzunehmen und Zeit fürs Kopieren beanspruchen.
Rsync übernimmt nun die Aufgabe, die Dateien zu identifizieren, die sich seit dem letzten BAckup verändert haben. Damit weiß man, welche Dateien nun zusätzlich bzw. tatsächlich zu sichern sind.
Hardlinks dienen nun dazu, Dateien im Verzeichnisbaum an mehreren Stellen auftauchen zu lassen, aber nur ein Mal auf dem Datenträger vorhanden sein zu müssen. Damit kann ein Dokument, welches seit den letzten 4 Sicherungsläufen unverändert an der gleichen Stelle auf der Festplatte liegt, nicht 4 Mal kopiert werden, sondern nur 1 Mal. Zudem belegt es nur den Speicherplatz, den es wirklich braucht, denn das Vorkommen in den 3 darauffolgenden Sicherungsverzeichnissen wird über Hardlinks realisiert. Das sind quasi Zeiger auf Dateien, die aber für Anwendungen und Anwender vollkommen transparent gehandhabt werden.

HardlinkBackup bietet nun eine sehr übersichtliche Oberfläche für die Umsetzung dieses Konzeptes. Zudem scheint hier der Autor Thomas Wolf einen besonders schlauen Algorithmus implementiert zu haben, denn bei einem Vergleich von rund 300 GB Daten und dem anschließenden Verlinken der unveränderten bzw. effektiven Kopieren von 500 MB neuer Daten war das Programm bereits nach rund 2 Minuten fertig. RsyncBackup vom c’t-Magazin hingegen brauchte für Vergleich und Schreiben vergleichbarer Datenmengen um die anderthalb bis zwei Stunden – auf den gleichen Quell- und Zielfestplatten.

Das Schöne am Backup der persönlichen Daten mittels Rsync und Hardlinks ist ja, dass man die Backupfestplatte an jeden beliebigen Rechner anschließen kann, der die Platte erkennt. Man braucht dann keine Wiederherstellungssoftware o.ä., sondern kann einfach mit Betriebssystemmitteln die gewünschten Daten aus dem Backup einzeln oder insgesamt wiederherstellen.

Auch HardlinkBackup hat sicher noch Optimierungspotential, doch macht es bereits jetzt einen hervorragenden Eindruck und kann daher für alle, denen Backups immer nervig und aufwändig erschienen sind, uneingeschränkt empfohlen werden.