Bildwirkung steuern durch Schärfentiefe

Ob nun Schärfentiefe oder Tiefenschärfe – darüber streiten die Experten. Was mit diesen Begriffen gemeint ist, kann man aber schön an diesem Foto sehen:

Wassertropfen auf dem Blatt

Wassertropfen auf dem Blatt


Nicht das komplette Bild ist überall scharf, sondern der Blick des Betrachters wandert unweigerlich zu der Stelle, bei der die Schärfe am größten ist, hier also auf die Wassertropfen in der Bildmitte. Es gibt viele tolle Erklärungen, wie dieser Effekt erzielt werden kann, doch wer nicht bei jedem Foto anfangen will, mit Brennweite, Entfernung, Blendenzahl und weiteren Parametern herumzurechnen, kann auch einfach mit folgender Faustregel beginnen: größtmögliche Blende wählen (also die mit der kleinsten Zahl hinterm F oder Schrägstrich), Brennweite möglichst groß und so nah wie möglich ran ans Motiv (Naheinstellgrenze der Kamera beachten) und einen Blickwinkel wählen, bei dem das hervorzuhebende Bildelement sich klar vom Hintergrund abhebt.

In diesem Beispiel habe ich die maximale Brennweite von 85 mm gewählt, was zu einer maximalen Blende von f/5.6 führte und bin bis auf 34 cm heran an das Blatt. Bei 1/160 Sekunde Belichtungszeit gibt es keine Gefahr des Verwackelns, so dass man solche Konstellationen wohl auch ohne Bildstabilisator frei Hand meistern kann. Hier war jedoch der Stabilisator im Objektiv zugeschaltet, weil das meine Standardeinstellung ist.

Nachbearbeitet wurde hier nur im Rahmen der RAW-Entwicklung, DxO Optics Pro korrigierte Vignettierung, Objektivverzerrung, ganz leicht die Belichtung und Schärfe.