Das perfekte Netbook

Wer das iPad von Apple für zu teuer und/oder zu einschränkend hält, aber auf der Suche nach einem leichten, mobilen und bezahlbaren Begleiter für Web, Mail, Office und vielleicht auch Programmieren ist, der steht vor der Frage, welches Netbook denn das richtige dafür ist. Die unübersehbare Vielfalt an Modellen und Varianten schrumpft erstaunlich schnell zusammen, wenn man ein paar Kriterien für das perfekte Netbook berücksichtigt.

Zunächst entfallen meiner Meinung nach alle Netbooks aus der engeren Wahl, die mit einem spiegelnden Bildschirm ausgestattet sind. Auch das iPad kann an dieser Stelle nicht überzeugen. Selbst bei maximaler Helligkeit gibt es immer wieder Situationen, in denen man den Lichteinfall einfach nicht kontrollieren bzw. ändern kann. Dann spiegelt sich die Lichtquelle oder der Benutzer im Display, was die Augen belastet und sicher nicht zur Produktivität beiträgt. Das Argument der höheren Kontraste und besseren Farbbrillianz zählt im Netbook-Bereich eigentlich nicht, denn wer mit einem Netbook auf Farbtreue angewiesen ist wie im Rahmen der Bildbearbeitung, der wird bei der Performance der aktuellen Netbook-Plattformen nicht wirklich froh werden.

Zweiter wichtiger Punkt ist die Akku-Laufzeit. Wieviele Zellen der Akku hat oder wie viele Amperestunden Kapazität, spielt hier nicht die entscheidende Rolle, denn der Stromverbrauch ist die entscheidende Größe. Ein sehr sparsames Netbook kann durchaus mit einem kleineren und damit leichteren Akku länger durchhalten als ein ähnliches Modell mit stromfressender Konfiguration und größerem Akku. Netbook sind so leicht und mobil, dass gerade die Nähe zur Steckdose hier besonders einschränkend wirken kann.

Weitere, aber bei weitem nicht so wichtige Aspekte sind:

  • Gewicht – da sind die Unterschiede nicht so gravierend
  • Eingabegeräte – Mausersatz (meist ein Mauspad, teilweise mit Multitouch-Funktionen) sowie Tastatur muss man einfach selbst ausprobieren. Was dem einen Benutzer liegt, kann dem anderen die Eingabe- und Bediengeschwindigkeit auf einen Bruchteil reduzieren.
  • Festplattengröße – ob 160 GB oder 250 GB: für wieviele Anwendungsfälle wäre die eine Größe zu kleine, die andere aber ausreichend?
  • Anschlüsse – sofern zwei bis drei USB-2.0-Anschlüsse vorhanden sind, sollte das für alle normalen Anwender reichen.

Je nach Einsatzzweck kann es sinnvoll sein, die Servicequalität des Herstellers zu berücksichtigen. Die Zeitschrift ct führt hier regelmäßig Umfragen durch und kann eine recht ansehnliche Anzahl an Nutzerrückmeldungen zu einer Statistik zusammenfassen, die durchaus klare Empfehlungen gibt. Gerade bei den niedrigpreisigen Netbooks sollte man aber die Ausfallwahrscheinlichkeit ins Verhältnis setzen zum ganz sicher zu zahlenden Preis für das Netbook plus gegebenenfalls weitere Serviceoptionen.

Sind diese ganzen Kriterien berücksichtigt, kann es ans Preisvergleichen gehen. Durch die engen Vorgaben von Microsoft – und derzeit wird die überwiegende Mehrzahl der Netbooks ja mit Windows 7 Starter ausgeliefert – sowie die weit verbreitete Intel-Pinetrail-Plattform samt Atom-N450-Prozessor unterscheiden sich die Netbooks bei den verbauten Komponenten kaum. Der Vergleich ist also nicht so komplex wie beim Kauf eines Neuwagens.