Erster Erfahrungsbericht zum Garmin Vista e-Trex

Obwohl meine Smartphone-Anschaffung unter anderem dem Geocaching dienen sollte, hat sich relativ bald herausgestellt, dass dies mit dem HTC Wildfire so nicht praktikabel ist. Zwei Dinge erwiesen sich in der Praxis als schwierig: die schlechte Ablesbarkeit des Displays im hellen Sonnenlicht und der hohe Stromverbrauch verbunden mit einer nur sehr kurzen Akkulaufzeit. Wenn man also nach nur wenigen Stunden Schattensuche und Blinzeln auf Display und Ladestand feststellt, dass man so nicht ans Ziel kommt, muss ein besser geeignetes Gerät her. Schnell war nach einschlägigen Tests von GPS-Geräten fürs Wandern, Radfahren und Geocaching ein Favorit gefunden: das Garmin Vista e-Trex. Hier nun ein erster Erfahrungsbericht zu diesem GPS.

Zunächst zu den beiden großen Kritikpunkten am Smartphone: Displayablesbarkeit und Stromverbrauch. Das Display des Garmin Vista e-Trex ist tatsächlich auch bei strahlendem Sonnenschein noch ziemlich gut ablesbar. Schon ein leichtes Kippen des Gerätes bringt die volle Klarheit und den hohen Kontrast der Anzeige zur Geltung, wenn die Sonne sich doch mal genau im Display spiegelt. Man kann die Hintergrundbeleuchtung sehr fein regulieren, was eine gute Balance zwischen Ablesbarkeit und Stromverbrauch erlaubt. Wobei letzterer wirklich erstaunlich niedrig ist: die von Garmin angegebenen 25 Stunden sind durchaus realistisch und ohne besondere „Verrenkungen“ erreichbar. Zudem kann man einfach zwei AA-Zellen mitnehmen und unterwegs auswechseln, ohne eine Steckdose samt Ladegerät zu benötigen.

Die Genauigkeit und Geschwindigkeit der GPS-Fixierung sind sehr gut, innerhalb weniger Augenblicke hat man eine auf bis zu 3 Meter genaue Positionsangabe. Danach kann man das Garmin Vista e-Trex getrost in Jackentasche oder Rucksack stecken, die GPS-Verbindung reißt nicht ab. Das ist besonders hilfreich, wenn man nur selten auf das Gerät schauen will, es aber die gelaufene oder gefahrene Strecke aufzeichnen soll. Das funktioniert übrigens problemlos und ziemlich genau, die Tracks kann man dann am PC mit QTLandkarte oder MapSource einfach anzeigen und weiterverarbeiten. Auch der umgekehrte Weg, also die Planung von Strecken am PC und die Übertragung auf das Garmin-GPS klappen einwandfrei.

Fürs Geocaching eignet sich das Garmin Vista e-Trex ebenfalls hervorragend. Man kann mit dem richtigen Firefox-Addon direkt von Seiten wie www.geocaching.com die Daten eines Caches auf das Gerät übertragen. Der Cache wird dann auf der Karte mit einer kleinen Truhe angezeigt, die sich öffnet, sobald man den jeweiligen Cache als gefunden markiert hat.

Auch das Nutzen eigener Karten statt der Garmin Basemap ist mit dem Vista e-Trex problemlos möglich. Nach dem Download der meist auf OpenStreetMap basierenden Kartendaten kann man diese entweder direkt per SD-Karte installieren oder via MapSource entsprechende Ausschnitte übertragen. Am GPS-Gerät selbst kann man die Karte dann aktivieren und den Detailgrad einstellen. Etwas ruckeliger ist die Darstellung der Karte schon als am Smartphone via Maverick, aber von der Darstellungsqualität ist das Garmin-GPS durchaus einem OSM-Viewer ebenbürtig.

Insgesamt kann ich jedem, der sich ernsthaft mit Tracking, Geocaching und überhaupt Geodaten befasst, die Anschaffung eines GPS-Gerätes wie des Garmin Vista e-Trex ans Herz legen. Display, Laufzeit, Handlichkeit und Feature-Umfang sprechen eindeutig für ein spezialisiertes Gerät und gegen ein Smartphone. Was manchmal etwas stört, ist die Tatsache, dass sich in Hosentasche oder Rucksack die Anzeige des Garmin von allein verstellt, wenn der Joystick an der Gerätefront durch leichten Druck unabsichtlich betätigt wird. Das unterbricht aber weder Trackaufzeichnung noch -anzeige, ist aber nur durch mehrfache Tastendrücke behebbar.