Erfahrungsbericht HTC Wildfire S mit Android und HTC Sense

Beim Thema Smartphone gibt es ja derzeit eigentlich nur die Wahl zwischen zwei großen Systemen: dem iPhone von Apple und einem Smartphone auf Android-Basis. Natürlich gibt es auch Samsung Bada, Windows Mobile und Blackberry, aber im Massenmarkt spielen nur die beiden ersten wirklich eine Rolle. Da ich mit Linux und Java bereits Erfahrungen gesammelt habe und die Preispolitik von Apple nicht unterstüzenswert finde, fiel meine Wahl beim Thema Smartphone auf ein Android-Gerät, konkret auf das HTC Wildfire S.

Die Gründe dafür waren für mich recht eindeutig: es sollte ein handliches Gerät sein, also hosentaschentauglich. Gleichzeitig sollte das Display aber eine vernünftige Auflösung bieten. An Ausstattung war mit GPS wichtig, um das Smartphone als Wander- und Radtournavigationshilfe nutzen zu können. Nach dem Lesen diverser Testberichte stand fest, dass das Wildfire S von HTC diesen Anforderungen genügt, dazu auch noch wertig aussieht und keine gravierenden Schwächen hat. Auf Foto- und Multimediaqualitäten lege ich keinen Wert – zum Fotografieren habe ich eine ordentliche Ausrüstung, unterwegs Musikhören oder Filme ansehen muss ich nicht.

Der erste Eindruck: das Gerät macht wirklich einen wertigen Eindruck, das Gehäuse ist sehr gut verarbeitet, das Display passgenau eingebaut und Gewicht sowie Größe angenehm. Die Ersteinrichtung geht für einen Android-Neuling recht schnell, man kann recht schnell recht viel mit diesem Smartphone anfangen.

Natürlich habe ich zahlreiche Apps aus dem Android Market nachinstalliert, speziell für die Navigation (Locus Free, Skobbler) sowie zur Orientierung im ÖPNV (Öffi und die Apps des MVV). Auch Spiele durften sich auf der Speicherkarte breitmachen. Da ich bereits Erfahrungen mit Apples iTunes und dessen Store machen durfte, kann ich hier keine wesentlichen Nachteile des Android Markets erkennen. Die Auswahl klappt gut, die Suche funktioniert und die Ferninstallation ist wirklich praktisch.

Was mich nach dem Umstieg von einem „normalen“ Motorola-Handy doch etwas erschrocken hat, ist die mangelnde Ausdauer des Akkus. Es braucht schon einige Konfigurationsrunden, bis man sich das Android-Gerät so „zurechtgebastelt“ hat, dass man Stromfresser wie GPS, WLAN und UMTS schnell und komfortabel nur bei Bedarf zuschalten kann. Dann aber scheint das Wildfire S seinen Stromhunger relativ gut im Griff zu haben, sofern die Empfangsstärke einigermaßen gut ist. Bei schlechtem Empfang kann der Akku-Stand innerhalb einer Nacht (also ohne Nutzung) durchaus von 100 auf 20 Prozent Kapazität absinken. Bei sehr gutem Empfang ist aber auch ein Verlust von nur einem bis zwei Prozent Ladestand pro Nacht möglich.

Zum Thema Navigation per Smartphone, speziell mit OSM-Karten abseits von Straßen, werde ich sicherlich noch einige Beiträge schreiben – denn das ist für mich ja einer der Punkte pro Smartphone mit GPS gewesen. Erste Erfahrungen habe ich mit dem Wildfire S und Locus Free schon sammeln können.

Der nächste Schritt für mich wird der Einstieg in die Android-Programmierung sein. Diversen Tutorials nach scheint das für jemanden, der programmieren kann und keine Berührungsängste mit Java hat, durchaus einfach machbar zu sein. Spannend ist sicherlich das im Vergleich zu Programmen für PC und Webseiten doch etwas andere Konzept des App-Lebenszyklus‘. Ideen für Apps habe ich auch schon einige – es bleibt also spannend.