Erster Eindruck vom Citroen DS3 e-HDI 90 Airdream SoChic

Dank meines Arbeitgebers komme ich ja alle 6 Monate in den Genuß eines neuen Autos für die täglichen Fahrten zwischen Wohnung und Büro. Nach Peugeot 107, Smart fortwo mhd passion und VW Golf 1.6 TDI Style ist nun der Citroen DS3 in der „Ökomotorisierung“ e-HDI Airdream und in der Ausstattungsvariante SoChic an der Reihe. Nach den ersten Tagen kann man schon einige Worte zu grundsätzlichen Eindrücken verlieren.

Beim Umstieg vom Golf in den Citroen DS3 merkt man sofort, dass es sich hier um einen anderen Hersteller handelt. Wo beim Golf alle Bedienelemente und Anzeigen nüchtern-sachlich und funktional gestaltet sind, versuchten die DS3-Designer alles irgendwie „stylish“ aufzubauen. Angefangen beim Lenkrad mit abgeflachter Unterkante und Aluminiumapplikationen über die filigranen Doppelzeiger in Tacho und Drehzahlmesser bis hin zum aluminium- und lederbezogenen Schaltknauf – überall findet man irgendwelche optischen Spielereien und Besonderheiten. Das mag gut gemeint sein, doch auf den ersten Blick wirkt alles verspielt und überladen. Wo Volkswagen konsequent die gleiche Typographie bei allen Anzeigen und Tastenbeschriftungen nutzt, herrscht bei Citroen eine bunte Mischung aus weißen km/h- und Drehzahlskalen, orangefarbenen 7-Segment-Anzeigen neben der Tankfüllstandsgrafik und ebenfalls orangenen Radio- und Bordcomputerausgaben im LCD-Stil. Dem schnell durchschaubaren Multifunktionslenkrad im VW Golf setzt Citroen im DS3 eine Armada von Lenkstockhebeln entgegen. Links wird nicht nur geblinkt und das Licht bedient, sondern mit einem kleineren Hebel und 5 Schaltern sowie einem Drehrad daran auch der Tempomat gesteuert. Auf der rechten Seite findet sich unterhalb des Scheibenwischerhebels die Radiofernbedienung mit ebenfalls 5 Knöpfen und einem Drehrad. Man kommt auch damit nach etwas Eingewöhnung zurecht, der Unterschied in der Bedienphilosopie ist aber frappierend.

Sehr unterschiedlich ist auch die Sitzgestaltung. Während die Sitze im VW Golf hervorragende Beinauflagefläche mit sehr gutem Seitenhalt kombinierten, fühlt man sich im Citroen DS3 wie auf einem Sessel mit Kissen. Seitenhalt gibt es kaum bis gar nicht und im Rücken macht sich eine Art Kissen bemerkbar. Man sitzt nicht unbequem, aber in schnell gefahreren Kurven rutscht man auf dem Sessel des Citroen DS3 doch deutlich zur Seite.

Bei der Ablagengestaltung darf Citroen durchaus noch einmal einige Nachhilfestunden bei Volkswagen und Skoda belegen: im DS3 gibt es ein durchaus großes Handschuhfach, aber darüber hinaus lediglich sehr schmale Türablagen und ein Minifach in der Armlehne auf der Mittelkonsole. Eine größere Menge an CDs kann man eigentlich nur ins Handschuhfach legen, an das man vom Fahrersitz aus nicht wirklich gut herankommt. Trinkflaschen, die Navi-Hülle oder auch eine Kekspackung lassen sich in Golf und Octavia problemlos in Reichweite des Fahrers unterbringen – im Citroen DS3 tut man sich damit schon sehr schwer.
Die erwähnte Armlehne ist übrigens viel zu hoch angebracht und nicht verstellbar – weder in Höhe noch Länge. Auch da ist man besseres gewöhnt, wenn man Autos des VW-Konzerns kennt.

Zu Fahrwerk, Motor, Verbrauch und Handling kann man nach nur wenigen Tagen noch nicht viel sagen, doch dürften hier keine Überraschungen auftreten. Der DS3 ist ein Kleinwagen, der zwar ein außergewöhnliches Äußeres aufweist, aber bei der Technik dann doch seine Basis (den Citroen C3) nicht verleugnen kann. Von einem Fahrgefühl wie im Mini ist man hier weit entfernt. Spannend wird, ob der Verbrauch auch langfristig das halten kann, was die Momentanverbrauchsanzeige hoffen lässt: ein Durchschnittsverbrauch von unter 5 Litern im Stadtverkehr scheint durchaus machbar zu sein. Der VW Golf lag mit seinem 1.6-Liter-105-PS-Diesel bei 5.0 Litern auf 100 km, aber das ist auch schon ein Vertreter der Kompaktklasse mit entsprechendem Gewicht.

Weitere Berichte zum Citroen DS3 e-HDI Airdream SoChic werden folgen. Denn für die nächsten knapp 6 Monate wird das mein Begleiter auf den täglichen Fahrten durch München sein, was genug Fahrerfahrung sammeln lässt.

  • Nachdem ich mir grad mal bei mobile.de einen roten Vertreter seiner Art angeschaut habe, weiß ich was Du meinst.
    Zu Deinem Platzproblem kann ich nur sagen: „Jung, nümm Dier änn Böid’l midd!“ Den kannste dann an die (hoffentlich vorhandenen) Haken hängen oder wahlweise auch gleich an die Kopfstütze vom Beifahrersitz. *haha*

  • Du bemerkst es ja selber: Ein Golf ist nüchtern und funktional. Wer das will oder braucht, soll halt VW fahren. Oder Opel. Von mir aus auch Ford.

    Ich möchte das nicht. Ein Auto kann auch Charme haben – und genau das hat der DS3. Und das nichtmal, ohne viele Abstriche zu machen.
    Allein schon die Anordnung des Tagfahrlichts. Besser kann man es kaum gestalten. Der Innenraum passt zu diesem Auto, allein schon der Tradition wegen. Die Autos von Citroen sind halt ein wenig verspielt.

    Dazu gehören auch die weichen Sitze. Anders kenne ich Citroen nicht.

    Ich selber fahre momentan einen Japaner. Mehr oder weniger notgedrungen. Davor fuhr ich – mit zwei Ausnahmen (Golf 1 Cabrio, Opel Omega) – immer Citroen.
    Bei Citroen war es Anfang der Neunziger ein AX, dann ZX, Xantia und schließlich C5. Zufrieden war ich mit jedem dieser Autos.

    Ok., vielleicht bin ich ein wenig Voreingenommen 😉