Erster Eindruck Ford Fiesta 1.6 TDCi Champions Edition

Und wieder einmal stand ein Tausch des Dienstwagens an: Der Citroen DS3 musste leider zurückgegeben werden, dafür habe ich nun für die kommenden 6 Monate einen schwarzen Ford Fiesta 1.6 TDCi mit 95 PS in der Champions Edition zur Verfügung. Nach den ersten Tagen und Kilometern möchte ich hier meine ersten Eindrücke von diesem oft gelobten Kleinwagen schildern.

Nach dem stylishen Citroen ist man zuerst stark ernüchtert, wenn man in den Ford Fiesta einsteigt: Plastikoberflächen in diversen Grauschattierungen, null Esprit, keinerlei Eleganz oder Extravaganz – der Fiesta ist extrem nüchtern gestaltet. Wo beim Citroen Schaltknauf und Lenkradeinsätze tatsächlich aus Aluminium waren und damit glänzende Akzente gesetzt haben, findet sich beim Ford Fiesta nur hellgraues Plastik, welches auch haptisch gar nicht erst versucht, hochwertig zu wirken. Die Anzeigen im Cockpit sehen fast so aus wie aufgemalt, man wird unweigerlich an die aufgeklebten Tachos von Bobbycars erinnert, wenn man Tacho, Tank- und Temperaturanzeige anschaut. Auch die Anzeigen in Golf und Octavia sind zwar schnörkellos und schlicht, aber wirken dennoch hochwertig und elegant. Die Ford-Designer haben aber wohl eine klare Vorgabe bekommen beim Fiesta: „Funktionieren muss es, billig muss es sein, das Aussehen ist vollkommen egal – vergeßt die Begriffe Ambiente und Fahrspaß!“ Die Türöffnergriffe haben die Qualitätsanmutung von Plastikspielzeug made in China.

In der Mitte des Cockpits thront eine Knöpfchenwüste samt einer Displayhöhle. Man könnte das auch Radio nennen, aber Ford hat hier auch noch den Bordcomputer und eine etwas unsinnige EcoDrive-Funktion untergebracht. Übersichtlich und leicht bedienbar ist das alles nicht, aber zum Glück gibt es zumindest fürs Senderwechseln, die Lautstärkeregelung und das Trackweiterschalten noch klare Knöpfchen am Lenkrad.

Der Motor ist wie schon beim Golf und Citroen DS3 ein 1.6-Liter-Diesel, der im Ford Fiesta aber 95 PS entwickeln soll. Spüren tut man davon wenig, der Antritt ist eher schwach und kein Vergleich zum agilen 92-PS-Motor des Citroen. Hoffentlich ist er dann wenigstens sparsam – nach rund 500 km hat sich der Verbrauch bei 5.1 Litern Diesel auf 100 km eingependelt. Das sollte noch weniger werden.

Platzmäßig kann man nicht meckern, man sitzt auf allen Plätzen recht komfortabel. Durch das längs und in der Höhe verstellbare Lenkrad findet man als Fahrer schnell eine gute Sitzposition. Der Kofferraum ist ausreichend für die Größe.

Mein erstes Fazit: Der Ford Fiesta mag zwar in der Champions Edition verkauft werden, in der Champions League der Kleinwagen spielt er aber ganz sicher nicht mit. Dazu fehlt ihm sowohl Pfiff als auch beim TDCi die Durchzugskraft. Aber warten wir mal noch weitere Kilometer ab, vielleicht kommen ja noch versteckte Qualitäten zum Vorschein.

  • Meine Mum fährt einen Ford Fiesta Cabrio. Er hat bei uns im Ort Kultstatus!