Erster Fahrbericht Skoda Octavia Combi 1.4 TSI DSG Elegance

Nach rund 3500 Kilometern ist es an der Zeit, mal ein paar Worte über das Auto zu verlieren, dessen Kauf mich rund 1 Jahr lang beschäftigt hat bzw. auf das ich so lange warten „durfte“. Es handelt sich um einen Skoda Octavia Combi 1.4 TSI DSG Elegance in Cappuccino-Beige-Metallic. Zu Meßwerten, technischen Details etc. werde ich nicht viel sagen, das können professionelle Autotest-Schreiber sicher besser. Aber eine subjektive Bewertung erlaube ich mir durchaus.

Raumgefühl und Platzangebot

Im Vergleich zum vorher gefahrenen Nissan Primera Kombi gibt es beim Skoda Octavia Combi kaum Unterschiede in den Außendimensionen. Umso erstaunter war ich, um wieviel größer der Kofferraum ist. Um Taschen bins an die Rückseite der Rückenlehne zu schieben, muss man fast schon ins Auto hineinklettern! Kurzum: der Kofferraum ist riesig, wer mehr brauchen sollte, muss sich einen Kleintransporter kaufen.
Beim Platz auf der Rückbank ist die Beinfreiheit spürbar größer geworden, man sitzt auch als Erwachsener bequem. Die vorderen Sitze sind merklich schmaler als beim Nissan, aber nicht störend eng. Man sitzt etwas höher, was aber der Übersicht zu gute kommt. In der Fußraumbreite, speziell für den Beifahrer, ist es spürbar enger geworden, aber nicht wirklich störend. Da wir uns für die Supreme-Leder-Innenausstattung in Beige entschieden habe, sieht alles hell und freundlich aus, man fühlt sich gut aufgehoben.

Verarbeitung und Wertigkeit

Um es vorweg zu nehmen: die einzige Stelle, an der ich etwas Wertigkeit vermisse, sind die beiden Drehregler der Climatronic. Diese sind unerwartet leichtgängig und man dreht gern mal ein Stück zu weit. Hier wäre eine etwas „zähere“ Handhabung angenehmer. Aber ansonsten fühlen sich die meisten Oberflächen sehr wertig an. Natürlich darf man keine lederbezogenen und schaumstoffgedämmten Türablagen erwarten, aber schließlich kostet dieses Auto ja auch nicht ein ganzes Jahreseinkommen. Für den Preis erhält man beim Skoda Octavia wirklich eine hervorragende Qualität.

Fahrgefühl und Verbrauch

Der Vergleich zum Nissan Primera Kombi ist hier durchaus möglich, denn der Skoda Octavia Combi wiegt vergleichbar viel bei nur 4 PS mehr Leistung. Man sollte sich aber nicht von den fehlenden 400 Kubikzentimetern Hubraum täuschen lassen, denn die beiden Abkürzungen TSI und DSG sorgen hier für mehr als adäquaten Ersatz: der Skoda lässt sich äußerst flott bewegen, auch wenn man nicht den sportlichen Schaltmodus des DSG nutzt. Die fehlende Zugkraftunterbrechung macht sich ebenso bemerkbar wie die Turbo-Aufladung. Das maximale Drehmoment steht schon ab 1500 Umdrehungen zur Verfügung und bringt damit zum Beispiel Überholvorgänge zu einem schnellen Abschluß.
Wenn es nicht schnell vorwärts, sondern zurück gehen soll, ist der Skoda auch erstaunlich gut: der Wendekreis ist im Vergleich zum Nissan um geschätzte 2 Meter kleiner, Parklücken lassen sich damit und dank der Park-Distance-Control wirklich sehr gut ausnutzen.
Hinsichtlich der Geräuschkulisse bin ich etwas gespaltener Meinung: im Stand und im Stadtverkehr ist der Motor kaum hörbar, man spürt keinerlei Vibrationen im Innenraum. Bei Autobahnfahrten jedoch sind die Umgebungsgeräusche (vorbeifahrende Autos, Abrollgeräusche, Regentrommeln) schon deutlich wahrnehmbar – da gibt es sicherlich noch Optimierungspotential für die Geräuschdämmung nach außen hin. Aber wie gesagt, man muss seine Ansprüche immer im Vergleich zum gezahlten Preis sehen.
Damit zu dem Thema, welches auch preisrelevant ist: die laufenden Kosten und damit der Verbrauch. Dieser wird im Bordcomputer angezeigt – sowohl für die aktuell gefahrene Strecke als auch insgesamt bisher. Letzteres nennt derzeit einen Verbrauch von 7.7 Litern auf 100 km, was ein ganz ordentlicher Wert ist, wenn man bedenkt, dass die meiste Zeit Stadtverkehr mit Kurzstrecken angesagt ist und dazu bereits Winterreifen montiert sind. Lange Autobahnstrecken mit größerer Beladung sind hingegen mit 7.3 Litern realisierbar, ohne wirklich schleichen zu müssen. Ohne Beladung genehmigte sich der Skoda Octavia auf der Strecke Garmisch-München bei gemütlichen 120 bis 130 km/h sogar nur rund 6 Liter. Insgesamt bin ich mit dem Verbrauch bisher zufrieden. Er liegt zwar deutlich über den Herstellerangaben, aber eben auch deutlich unter dem Verbrauch des Nissan vorher. Spannend wird es, wie sich der Wechsel auf die 17-Zoll-Sommerräder auswirken wird.

Fazit

Der Skoda Octavia Combi ist ein vernünftiges Auto im wahrsten Sinn des Wortes: kein Sportler, keine Luxuslimousine, kein Spaßmobil, sondern das beste Allroundangebot, welches man im Preisbereich unter 25.000 EUR bekommen kann. Man merkt deutlich die Nähe zum VW-Konzern, was aber keine Schwäche ist, eher im Gegenteil.