Erster Fahrbericht Smart fortwo mhd passion

Nach knapp 3 Monaten und fast 3000 Kilometern ist es Zeit, die ersten Erfahrungen mit dem neuen Dienstwagen zusammenzufassen. Nach einem Opel Corsa und einem Peugeot 107 stellte sich die Frage, ob man mit dem Verzicht auf die Rücksitze und diverse Zentimeter Länge und Breite auch auf andere Dinge verzichten muss. Diese Frage will ich nun versuchen zu beantworten.

Zunächst zur Frage der Rücksitze. Man muss sich schon überlegen, ob man wirklich nie mit mehr als zwei Personen unterwegs sein wird mit dem Auto. Wenn man diese Frage aber bejahen kann, dann fällt der Verlust der zweiten Sitzreihe nicht wirklich stark ins Gewicht. Klar, man kann bei Bedarf den Kofferraum nicht vergrößern, aber als Transportwunder ist der Smart ja auch nicht konzipiert.

Womit wir beim Thema Kofferraum wären. Der ist erstaunlich geräumig, meiner Meinung nach auch deutlich besser nutzbar als die Luke im Peugeot 107. Eine Klappkiste kann in geöffnetem Zustand bequem verstaut und herausgeholt werden – das ging im kleinen Franzosen mangels Laderaumtiefe nicht. Gewöhnungsbedürftig ist die zweigeteilte Heckklappe. Es kostet vier Handgriffe, bis der Kofferraum offen ist: obere Glasklappe entriegeln (auch per Schlüsselfernbedienung), dann den Hebel links ziehen, dann rechts, dann nochmal links und erst dann klappt die Heckklappe nach unten auf. Auch beim Schließen muss man mehr Zeit einrechnen: untere Heckklappe schließen und dann den oberen Glasteil herunterklappen. Nicht so schlimm, werden manche sagen, doch bei starkem Regen kann das schon nerven.

Zweites Thema beim Smart muss natürlich die Wendigkeit und Parklückensuche sein. Wendig ist der Kleine in der Tat: wo andere in drei oder mehr Zügen hin- und herrangieren, dreht der Smart in einer 180-Grad-Kehre einfach um. An engen Stellen einparken? Kein Thema. Die Servolenkung macht das auch ziemlich leicht, übersichtlich ist der Smart ja sowieso.

Wer jedoch bei einem solchen Kleinstwagen auch an kleinste Verbrauchszahlen denkt, ist beim Smart falsch. Die Herstellerangabe nennt für den Stadtverkehr für den von mir gefahrenen Smart fortwo 1.0 mhd passion mit Softtouch-Getriebe 4,6 Liter auf 100 Kilometer. Vertauscht man die Zahlen vor und hinter dem Komma, kommt das der Realität wesentlich näher. Die Tankanzeige selbst ist dabei eine ungefähre Schätzeinheit, denn ein Segment dieser Anzeige „reicht“ mal für 50 Kilometer, mal auch für rund 120 Kilometer. Verlässliche Zahlen ergeben sich also nur beim Volltanken und Nachrechnen. Tatsächlich habe ich es auch schon einmal geschafft, knapp unter 5 Liter zu kommen, aber in der Regel liegt der Verbrauch eher um die 6 Liter. Wenn es – wie in den letzten Tagen – sehr heiß ist, man also die Klimaanlage nutzt, rinnen auch schonmal über 7 Liter durch die Kraftstoffleitung. Eindeutig zu viel für so ein Wägelchen. Zum Vergleich: der Peugeot 107 hat bei gleicher Fahrstrecke und gleicher Fahrweise eigentlich nie über 5,6 Liter verbraucht, war bei weniger Ampelstaus in der Ferienzeit sogar mit rund 5 Litern zu bewegen. Da hatte aber auch der Hersteller schon den Stadtverbrauch mit 5,5 Litern auf 100 Kilometer angegeben. Da betreibt Smart also Augenwischerei. Man sollte sich auch nicht der Illusion hingeben, dass die Start-Stopp-Automatik sehr viel sparen hilft. Denn wenn sie häufiger zum Einsatz kommt, kommt der Motor nicht auf die Temperatur, ab der er die Start-Stopp-Automatik zulässt. Wenn man in einem längeren Stau steht und sich dabei alle 5 Minuten mal einige Meter vorwärtsbewegt, weigert sich die Start-Stopp-Automatik nach spätestens dem dritten Nachrücken, den Motor abzuschalten. Also greift man dann doch wieder zum Zündschlüssel. Oder eben nicht, wenn man auf die Klimaanlage nicht verzichten will. Was bei über 30 Grad Außentemperatur, dem großen Glasdach und dem kleinen Innenraum nicht empfehlenswert ist. Sonst wird der Smart zur kleinsten mobilen Sauna der Welt.

Fazit: Aufgrund der enorm günstigen Leasingrate stört mich die Mehrausgabe fürs Tanken nicht so sehr. Das Fahren macht Spaß, das Parkplatzsuchen ebenso. Wenn man sich der Mankos eines solchen Kleinstwagens bewußt ist und damit leben kann, ist der Smart fortwo 1.0 mhd passion ein durchaus empfehlenswertes Auto.