Fahrbericht Citroen DS3 e-HDI 90 airDream SoChic

Nach nunmehr rund 2000 Kilometern kann man schon von genug Erfahrung sprechen, um ein detaillierteres Bild vom Citroen DS3 e-HDI 90 airdream SoChic zu beschreiben. Auch dieses Mal geht es weniger um Meßwerte und Fahrleistungen, sondern um subjektive Eindrücke im Fahralltag, die in keinemder üblichen Tests bei AutoBild & Co. so vermittelt werden, weil dort in der Regel keine Langzeiterfahrungen im Alltag gesammelt werden.
Doch wie schlägt sich der kleine Franzose nun im täglichen Pendelverkehr?

Zunächst muss zu den im ersten Fahrbericht monierten Sitzen gesagt werden, dass man sich mit der Zeit an die Paßform der Rückenlehne gewöhnt und die Sitze durchaus bequem sind. Den fehlenden Seitenhalt haben sie aber dennoch nicht nachträglich hervorgezaubert: in zügig gefahrenen Kurven stützt man sich unweigerlich mit den Knien an Mittelkonsole und Tür ab. Hier ist Citroen noch weit vom optimalen Sitz – wie ihn Golf oder Octavia bieten – entfernt.

Ebenfalls Optimierungspotential hat das verbaute CD-Radio: mit selbstgebrannten MP3-Scheiben kommt es nicht immer klar, manchmal wirft es sie einfach beim Abspielen aus. Auch das Einschalten der Zufallswiedergabe bei CD-Betrieb oder das Senderwechseln an der Lenkradfernbedienung sind fummelig. Klanglich kann die Anlage durchaus überzeugen, wenn man die Equalizer-Einstellungen etwas anpasst.

Die Bezeichnungen e-HDI und airDream sollen ja für die Umweltfreundlichkeit und Sparsamkeit des verbauten 1.6-Liter-Aggregats stehen. Beim Sparen helfen soll auch die Stop-Start-Automatik, welche hier wirklich ausgezeichnet funktioniert: bereits beim Ausrollen an der Ampel schaltet der Motor ab, ruckfrei und schnell geht es beim Treten der Kupplung dann wieder los. Wenn es nicht gerade Temperaturen unter Null gibt, dann funktioniert die Abschaltung schon frühzeitig und nicht wie beispielsweise beim Smart mhd erst bei vollständig betriebswarmem Motor.
Insgesamt liegt der Durchschnittsverbrauch aktuell bei 4.8 Litern Diesel auf 100 Kilometern, wobei der Citroen DS3 fast ausschließlich im Stadtverkehr bewegt wird. Das ist sicher ein guter Wert, der aber in den kommenden Monaten mit steigenden Temperaturen noch etwas sinken dürfte. Beim Dahingleiten mit 60 km/h im 5. Gang jedenfalls genehmigt sich der Citroen gerade einmal rund 2 Liter Diesel auf 100 km.

Einige nervige Kleinigkeiten beim Design merkt man jedoch erst bei den entsprechenden Randbedingungen, z.B. bei großem Frost, wie er in diesem Januar und Februar herrschte. Bei Außentemperaturen von unter minus 10 Grad ist das Anfassen eines Aluminium-Lenkrades und -Schaltknaufs keine Freude. Hier haben die Designer wohl eher an die französische Riviera als an skandinavische Winter gedacht.
Ein weiteres Ärgernis ist die kaum vom Fahrersitz erreichbare Mittellehne – schnell mal an der roten Ampel die CD wechseln oder eine Kleinigkeit aus dem Handschuhfach holen wird zur Akrobatiknummer. Der Griff zum Öffnen ist zu weit rechts angebracht und das Fach an sich viel zu tief. Das wäre nicht so schlimm, wenn es andere Ablagen geben würde, die in Reichweite des Fahrers liegen. Aber das Fach unter der Mittelarmlehne ist bereits mit einer Schachtel Tictac gut gefüllt und die Türablagen sind mit Parkuhr, Taschentuchpackung und Scheibenkratzer auch schon fast voll. Baguette und Rotweinflasche haben die Citroen-Designer wohl immer ganz ordentlich im Kofferraum transportiert …

Die Verarbeitungsqualität ist von der eines Golf oder Octavia noch ein gutes Stück entfernt: die Oberflächen im Innenraum fassen sich nicht so wertig an, die Fahrertür klappert bereits etwas auf unebener Strecke und die Scharniere der Kofferraumklappe sind schwergängig und knarzen. Beim Öffnen der Motorhaube muss man mit den Fingern im Spalt zwischen Motorhaube und Grill fummeln, bis man die Entriegelsmechanik gefunden hat. Speziell die Hebellösung beim Skoda Octavia zeigt, dass man das auch wesentlich besser lösen kann.

Fahrtechnisch gibt es nichts außergewöhnliches zu berichten. Die Lenkung ist in schnellen, engen Kurven manchmal etwas gefühllos, aber bietet ansonsten keine negativen Überraschungen. Der Citroen DS3 hat ein komfortabel abgestimmtes Fahrwerk, welches aber nicht unnötig weich ist. Bodenschwellen, wie sie gern mal bei verkehrsberuhigten Zonen verbaut werden, nimmt der DS3 ohne Nachwanken, aber auch ohne übertriebene Härte.

Fazit: Mit dem Citroen DS3 e-HDI 90 airDream in der SoChic-Ausstattungslinie kann man nicht viel falsch machen, wenn man auf der Suche nach einem sparsamen Kleinwagen mit außergewöhnlichem Design ist. Die Abstriche, die man bei Verarbeitung und Bedienbarkeit machen muss, sind nicht übermäßig groß und schmälern den Fahrspaß nicht wirklich.