Geocaching mit c:geo und dem HTC Wildfire S

Das schöne Wetter heute musste für einen ersten Versuch des Geochachings genutzt werden. Das war ja einer der Gründe für die Anschaffung eines Smartphones: mit Kartenmaterial von OpenStreetMap (OSM) und einer geeigneten Software sowie GPS und mobilem Internetzugang bewaffnet sollte es auf die Suche nach den kleinen Schätzen gehen. Hier ein erster Erfahrungsbericht.

Nach der Besprechnung von Geocaching-Apps für Android in einer der letzten Ausgaben der c’t entschied ich mich für c:geo, installierte es direkt aus dem Android Market auf dem HTC Wildfire S und stellte fest, dass dieses tatsächlich auch bestens mit dem von mir schon früher installierten Locus Free zusammenarbeitet. Dann wurde das Smartphone noch vollständig geladen, da ja GPS, mobiler Internetzugang sowie ein oft eingeschaltetes Display beim Wildfire schnell den Akku leersaugen und man ja nie weiß, wie lange die Suche nach dem Cache dann dauert. Schon zu Hause wurden die Startkoordinaten des Multicaches eingetragen und dann ging es mit der Familie per Fahrrad los.

Bereits wenige Sekunden nach dem Verlassen des Hauses fand das Wildfire S schon genügend GPS-Satelliten, um den ersten GPS-Fix herzustellen – beeindruckend schnell im Vergleich zum Navigon-Gerät fürs Auto, welches teilweise mehrere Minuten braucht. Die GPS-Positions-Aktualisierung via Locus Free hatte ich auf 20 Sekunden gestellt. Mit dem Smartphone in der Hemdtasche ging es dann los. Kurz vor dem Startpunkt ein Blick aufs Display – und die Erkenntnis, dass man in der Sonne dort so gut wie nichts erkennt. Fürs Geocachen braucht man also schattige Plätze zum Displayablesen. Die Positionsbestimmung des Android-Systems war durchaus gut, wenn auch nicht überragend genau: die angezeigte Position sprang ab und zu um mehrere Meter hin und her. Aufgrund der guten Cache-Beschreibung und der Ortskenntnis war dies jedoch kein gravierendes Problem.

Die Eingabe der nächsten Koordinaten in Locus Free ging schnell und unkompliziert von der Hand, wenn man sich dazu immer wieder ein schattiges Plätzchen sucht. Die Funktion „Guide“ mit Angabe von Richtung und Entfernung zum nächsten Punkt ist hilfreich, setzt aber etwas Mitdenken bei der Streckenführung voraus. Aber anders wäre es ja auch zu einfach …

Kurz vor dem Ziel dann war der GPS-Fix nicht mehr ganz so zuverlässig: aus 5 Metern Abstand wurden nach 2 Schritten wieder 13 Meter, dann 8. Aber auch hier half die Beschreibung beim Finden des Caches.

Insgesamt war das HTC Wildfire rund 1 Stunde mit eingeschaltetem GPS unterwegs, anfangs bei 20, später bei 10 Sekunden Positionsaktualisierung. Dazu volle Displayhelligkeit, aber bei größeren Strecken abgeschaltetes Display. Das führte zu einem Akku-Füllstand von knapp 70% nach einer Stunde. Das lässt sich sicherlich optimieren durch weniger Displaynutzung und längere GPS-Fix-Intervalle, aber für den Einstieg war dies eine durchaus annehmbare Leistung so eines kleinen Android-Gerätes. Leider ist c:geo nicht wirklich eine Hilfe beim Geocaching gewesen, da die einzelnen Stationen bis zum „Final“ nicht einzeln eingetragen waren, so dass man hier manuell das Ziel finden musste. Dadurch konnte ich auch erst abends am PC den Cache als gefunden markieren. Möglicherweise ist das mit anderen Cache-Typen oder anderen Geocaching-Clients für Android eleganter lösbar.

Fazit: Für Geocaching-Einsteiger ist die Kombination aus GPS-tauglichem Smartphone wie dem HTC Wildfire S sowie einer OSM-Viewer-App wie beispielsweise Locus Free durchaus tauglich. Die Vorteile einer dedizierten Geocaching-App wie c:geo erschließen sich wohl erst bei längerer Nutzung. Für ausgedehnte Caching-Touren dürfte der Akku des Smartphones aber etwas zu schwach sein.